Deutsch

Vortrag thematisiert historische Herrscherbilder

Zu einem spannenden Vortrag mit dem Titel „Kaiser, König, Edelmann: Herrscherbilder in den Büchern der Historischen Bibliothek“ sind Interessierte am Mittwoch, 11. März, 18 Uhr, in den Bibliothekssaal im Ludwig-Wilhelm-Gymnasium eingeladen. Bibliotheksleiter Dr. Uli Steiger zeigt dabei auf, dass Herrscherbilder keine Erfindung der Neuzeit sind. Sie bezeugen durch die Zeiten die Allgegenwart der Macht – von den antiken Caesaren bis hin zu den Diktatoren des 20. und 21. Jahrhunderts. Der Eintritt ist frei, keine Anmeldung nötig.

Anspruch und visuelle Machtvermittlung

Herrscherbilder repräsentieren seit jeher eine Einzelperson an der Spitze eines Staatswesens, sie definieren die Person des Herrschers als Amtsträger, als Träger eines göttlichen Auftrags und zielen u.a. auf die Bestätigung eines Herrschaftsanspruchs. Es ist die Funktion des Bildes, die Position und die Bedeutung des betreffenden Herrschers oder auch seine Zugehörigkeit zu einer Dynastie visuell zu vermitteln.

Herrschaftsbilder zu verschiedenen Zeiten

Anhand von rund 15 Beispielen aus den Beständen der Historischen Bibliothek bietet Dr. Uli Steiger an diesem Abend einen Überblick über Herrscherporträts und zeigt sie im Wandel der Zeit: Die Serie beginnt mit Alexander dem Großen und endet mit einer Darstellung Wilhelms I., des ersten deutschen Kaisers aus dem Haus Hohenzollern. Mit von der Partie sind neben den bekannten Königen und Kaisern aber auch Reichsfürsten, wie der badische Landespatron Markgraf Bernhard II. von Baden sowie der Feldherr Prinz Eugen von Savoyen. Sie reihen sich mit ihren Porträts wie ganz selbstverständlich in das Sujet ein und bringen so ihren Herrschaftsanspruch und ihre Legitimation zum Ausdruck. 

Positives Image

Herrscherbilder sollen immer auch den Porträtierten in einer ganz bestimmten Art und Weise zeigen – sei es, um sein Äußeres zu idealisieren, der Nachwelt ein positives „Image“ nahezubringen oder um eine bestimmte politische Botschaft zu vermitteln. Dafür muss man die Herrscher allerdings richtig „in Szene setzen“, sie müssen entsprechende Posen und Gesten zeigen. Typische Macht- und Amtsinsignien sowie allegorische Figuren dürfen dabei keinesfalls fehlen – nur dann können die beabsichtigten Botschaften transportiert werden.

Karl der Große mit einem Modell des Aachener Doms, aus der „Aacher Chronik“ des angesehenen Aachener Juristen und Chronisten Johann Nopp(ius), gedruckt in Köln bei Hartger Woringen 1632
(Erstellt am 03. März 2026)

Zugeordnete Tags